Zentrum für interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung

Energieszenarien: Energy Scenario School (Helmholtz Graduiertenschule)

Die Helmholtz Graduiertenschule "Energieszenarien" bietet ein strukturiertes Ausbildungsprogramm für internationale Doktoranden im Bereich Energieszenarien.

Projektlaufzeit

2011 bis 2019

Die Helmholtz Graduiertenschule "Energieszenarien" bietet ein strukturiertes Ausbildungsprogramm für internationale Doktoranden im Bereich Energieszenarien. Das Programm begleitet die Qualifikationsarbeiten. Die Vermittlung von Lehrinhalten gliedert sich anhand der drei Abschnitte des "Lebenszyklus" von Energieszenarien:

  1. Neue Methoden der Konstruktion von Energieszenarien,
  2. Analyse der Wirkungen von Energieszenarien im gesellschaftlichen Prozess (Politik und gesellschaftiche Debatte),
  3. Bewertung der durch die Szenarien beschriebenen Prozesse und ihrer Folgen, z.B. in ihrer Bedeutung für eine nachhaltige Entwicklung.

Die Graduiertenschule wird von der Helmholtz-Gemeinschaft getragen und von KIT-ITAS geleitet. An dem Ausbildungs- und Forschungsprogramm nehmen neben ITAS das KIT-Institut für Philosophie (IfP), das KIT-Institut für Industriebetriebslehre und Industrielle Produktion (IIP), das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI), das Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung der Universität Stuttgart (IER), das Zentrum für Interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung der Universität Stuttgart (ZIRIUS) und das Institut für Technische Thermodynamik der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (ITT-DLR) teil.

ZIRIUS koordiniert den Stuttgarter Standort der Graduiertenschule, trägt zum Ausbildungsprogramm bei.

Mit dem Projekt „Methods of social context inclusion in energy scenario construction”war ZIRIUS am Forschungsprogramm der Schule beteiligt. 

Die geplante Transformation des deutschen Energiesystems ist ambitioniert und bisher einzigartig. Das Fehlen von Erfahrungen auf internationaler Ebene erhöht den Druck auf die Suche nach geeigneten Wegen, die Energiewende zu vollziehen. Der Infrastrukturausbau, der Ausstieg aus der Kernenergie und der Ausbau von erneuerbaren Energien müssen vorausschauend geplant werden, da diese Vorhaben investitionsintensiv sind und sich somit nur mittel- bis langfristig amortisieren können. Umso wichtiger ist es für Politik und Wirtschaft auf eine wissenschaftliche Basis zurückgreifen zu können, anhand derer Maßnahmen evaluiert und Entscheidungen getroffen werden.

Mittels mathematischer Modellierung können Entwürfe der zukünftigen Energiebereitstellungs-, verteilungs- und Nutzungsstrukturen in Form von Energieszenarien skizziert werden. Dies erfordert jedoch Annahmen über die zukünftige Entwicklung verschiedener gesellschaftlicher Einflussgrößen, beispielsweise Bevölkerungsentwicklung, BIP-Entwicklung, Ölpreisentwicklung, etc. Der Transformationsprozess des Energiesystems wird entlang dieser Rahmenannahmen konstruiert. Aufgrund des engen Zusammenspiels zwischen technologischer und gesellschaftlicher Entwicklung hat die getroffene Auswahl an Rahmenparametern starke Auswirkungen auf die Ergebnisse der Berechnungen, insbesondere wenn auch noch selten berücksichtigte, aber ebenfalls einflussreiche Faktoren wie Akzeptanz der Energiewende durch die Bevölkerung, Wertewandel, Politikstabilität, Gefährdung durch wirtschaftliche Krisen, etc. mit einbezogen werden. In der gegenwärtigen Modellierungspraxis werden die gesellschaftlichen Kontexte jedoch nur eingeschränkt und wenig systematisch berücksichtigt. Um der Komplexität gesellschaftlicher Kontexte sowie der Unsicherheit bzw. Bandbreite zukünftiger gesellschaftlicher Entwicklungen besser Rechnung tragen zu können, ist eine fundierte Analyse treibender gesellschaftlicher Faktoren und ihrer wechselseitigen Einflüsse wesentlich für die Glaubwürdigkeit und Aussagekraft von Energieszenarien.

Das Dissertationsprojekt „Methods of social context inclusion in energy scenario construction”, das in die interdisziplinäre Energy Scenario School der Helmholtz Forschungsgemeinschaft eingebettet ist und eng mit dem Foresight-Projekt der Helmholtz Allianz Energy-Trans kooperiert, beschäftigt sich mit der Integration gesellschaftlicher Kontexte in die Energiesystemmodellierung. Dabei werden sozio-technischen Zusammenhänge beleuchtet und mit Hilfe der Cross-Impact-Bilanzanalyse (CIB) als zentrale Szenario-Methodik konsistente gesellschaftliche Kontextszenarien entwickelt, die versuchen die Unsicherheit gesellschaftlicher Entwicklungen aufzugreifen und darzustellen. In einem weiteren Schritt werden die Wechselwirkungen zwischen den entworfenen Gesellschaftsszenarien und dem Energiesystem betrachtet und analysiert.

Ansprechpartner

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Ehemalige Projektmitarbeiter

Jörg Hilpert (M.A.)

Tätig für ZIRIUS bis 2018