27. Juni 2019

Diffusionspotentiale flexibler Mobilitätsangebote – Ein Workshop für Stakeholder im Raum Stuttgart

Mobilität ist neben Strom und Wärme der dritte Sektor, in dem im Rahmen der Energiewende eine Reduktion von Energieverbrauch und Emissionen erreicht werden soll. Neben der Einführung alternativer Antriebe wie Elektromobilität gilt besonders in urbanen Regionen eine Verlagerung von Pkw-Fahrten auf umweltfreundlichere Verkehrsträger (z.B. ÖV, Fahrrad) als notwendig. Viele Experten erwarten, dass sich durch neue, flexible, häufig digital gestützte Mobilitätsangebote deutliche Verlagerungspotentiale insbesondere in urbanen Mobilitätsystemen ergeben. Beispiele für neue Angebote sind Sharing-Systeme, flexiblere öffentliche Verkehrsmittel oder auch App-basierte Mobilitätsplattformen, die Zugang zu verschiedenen Verkehrsträgern aus einer Hand ermöglichen.

Im Rahmen des Projektes ENavi wurde in verschiedenen Teilprojekten untersucht, wie sich diese Erwartungen begründen lassen, wo die Treiber und Barrieren für die Diffusion flexibler Mobilitätsangebote liegen, und wie sich diese Diffusion durch geeignete politische Maßnahmen fördern lässt. Räumlich stand dabei die Region Stuttgart im Mittelpunkt. 

In einem Workshop wurden nur erste Ergebnisse aus den Teilprojekten mit Stakeholdern aus der Region Stuttgart diskutiert. Die Teilnehmer*innen vertraten Verkehrs- bzw. Stadtplanung, relevante Verbände und Organisationen, die selbst neue, flexible Mobilitätsformen anbieten.

Zu den wesentlichen Erkenntnissen der vielseitigen Präsentationen und regen Diskussionen lässt sich festhalten, dass neue Angebote sicherlich viel Potential bieten um städtische Mobilitätssysteme zu ändern und die Abhängigkeit vom privaten Pkw zu reduzieren. Gleichzeitig wurde aber auch deutlich, dass ohne flankierende politische Maßnahmen keine Verkehrswende zu erwarten ist. Die Verkehrswende wird also durch Digitalisierung, Apps und neue Angebote nicht zum Selbstläufer. Allerdings erweitern die neuen Angebote die bisherigen Alternativen zum eigenen Auto und können so helfen, die Akzeptanz für politische Maßnahmen, die eine Verkehrswende fördern, zu erhöhen.

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