Zentrum für interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung

TechnikRadar

Ziel des Projektes sind die regelmäßige empirische Datenerhebung und Analyse von Einstellungen, Erwartungen und Perspektiven in Bezug auf neue Technologien und technischen Wandel

Projektförderung

Körber-Stiftung
Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech)

Projektlaufzeit

April 2017 bis Mai 2022

Beim TechnikRadar handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt von der Körber-Stiftung, acatech, ZIRIUS und dem Lehrstuhl für Technik- und Umweltsoziologie an der Universität Stuttgart. Ziel des Projektes ist es, die Einstellungen, Erwartungen und Perspektiven der Deutschen zu Fragen von Technik und technischem Wandel empirisch zu untersuchen und die Diskussionen über innovative Technologien in der Öffentlichkeit und Zivilgesellschaft anzuregen und zu informieren. .

Seit 2017 wird in zweijährigem Turnus die Wahrnehmung ausgewählter, zukunftsweisender Technologien und des technischen Wandels mithilfe repräsentativer Befragungen erkundet. Diese Befragungen haben einen festen, immer wiederkehrenden Kern, der die Analyse von Veränderungen von Einstellungen ermöglicht und untersuchen darüber hinaus wechselnde Schwerpunktthemen wie Digitalisierung (2018) und Bioökonomie (2020). Dieses Methodendesign gestattet es zum einen, Einstellungstrends und ihre Einflussfaktoren zu bestimmen. Zum anderen werden fundierte Analysen der Schwerpunktthemen möglich gemacht. Die Surveydaten werden in den Zwischenjahren durch qualitative Untersuchungen ergänzt, um ein vertieftes Verständnis der Technikwahrnehmung und -bewertung zu erhalten. Beispielsweise lassen sich mit Fokusgruppen Technikeinstellung spezifischer Bevölkerungsgruppen, aber auch Hintergrundbedingungen unterschiedlicher Technikwahrnehmungen ermitteln.

Die erste standardisierte Befragungswelle fand im Oktober und November 2017 statt. Im Fokus des TechnikRadar 2018 standen die Auswirkungen der Digitalisierung. Die Ergebnisse wurden am 25. Mai in Berlin 2018 präsentiert.

Das TechnikRadar 2019 „Einstellungen zur Digitalisierung im europäischen Vergleich“ vergleicht die eigene repräsentative Befragung des TechnikRadar 2018 mit internationalen Studien. Die Untersuchung macht deutlich, dass die Europäerinnen und Europäer die Chancen durch die Digitalisierung unterschiedlich bewerten. Die Ergebnisse der Studie wurden am 28. Mai 2019 in Berlin vorgestellt – und sie gaben, zwei Tage nach der Europawahl, viel Anlass für Diskussionen.

Im TechnikRadar 2020 stehen die Auswirkungen der Bioökonomie im Fokus. Was halten die Deutschen von Bioplastik und Biosprit? Wie stehen Sie zu Fleischersatz aus dem Labor? Wie bewerten sie neue Verfahren des Organersatzes und der Gentherapie ein? Diese Fragen untersucht das TechnikRadar 2020, ein Kooperationsprojekt von acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, der Körber-Stiftung und dem Zentrum für Innovations- und Risikoforschung der Universität Stuttgart (ZIRIUS). Im Fokus steht die Frage, wie die Deutschen zu den Zielen und möglichen Auswirkungen der Bioökonomie stehen. Die Ergebnisse zeigen: Geht es um den Schutz von Klima und Umwelt, hat die Mehrheit der Deutschen eine klare Haltung – zumindest, was die Zielsetzung und die allgemeinen Forderungen an die Politik angeht. Fragt man nach konkreten Maßnahmen, die die Menschen direkt betreffen, ist die Bereitschaft zu konsequentem Handeln schwächer ausgeprägt.

TechnikRadar 2021 gestartet

Das vierte und fünfte TechnikRadar (2021 und 2022) wird neben der Untersuchung der allgemeinen Wahrnehmungen technologischer Entwicklungen und insbesondere der Digitalisierung in Zeiten der Corona-Krise einen Schwerpunkt auf die Bedeutung digitaler Möglichkeiten in Medizin und Gesundheitswesen legen. In vier Fallstudien wird vorab untersucht, welche Hoffnungen, Erwartungen, Befürchtungen und Risikowahrnehmungen die gesellschaftliche Debatte über Gesundheitstechniken kennzeichnen. Neben einer Fach- und Medienrecherche befragen wir relevante Stakeholder und Interessensvertreter mit Fokus auf umstrittenes wissenschaftliches und technologisches Wissen und dessen mögliche Folgen.

Das TechnikRadar 2021, Stakeholderperspektiven auf die digitale Zukunft der Gesundheit ist erschienen.

In der Ausgabe 2021 wird der Blick auf die digitale Transformation des Gesundheitswesens gerichtet, die mit der Einführung der elektronischen Patientenakte, der Schaffung einer gemeinsamen Telematikinfrastruktur und der Zulassung digitaler Gesundheitsanwendungen deutlich an Fahrt aufnimmt.

Die vorliegende Studie betrachtet die fachliche Debatte der Stakeholder und ihre Darstellung in den Medien. Beide haben bereits in der Frühphase von Innovationen eine große Bedeutung. Die Ergebnisse zeigen: Wir stehen vor tiefgreifenden Veränderungen, was den Umgang, den Schutz und die Nutzenbewertung sensibler Gesundheitsdaten angeht. Das hat auch Folgen für die zukünftige Rolle, das gegenseitige Verhältnis und die erforderlichen Kompetenzen von Ärztinnen und Ärzten sowie Patientinnen und Patienten. Je souveräner der Umgang mit den digitalen Technologien gelingt, umso größer sind die Chancen für einen Zugewinn. Zur dringend notwendigen Debatte, wie dieser neuartige Umgang mit unseren Daten zu gestalten ist, will das TechnikRadar beitragen.

Was kommt mit der großflächigen Digitalisierung des Gesundheitssystems auf die Patientinnen und Patienten zu? Welche Möglichkeiten eröffnen sich für Ärztinnen und Ärzte? Und wie ist es um den Schutz der besonders sensiblen Gesundheitsdaten bestellt?

Aufbauend auf den Perspektiven der Stakeholder startet nun die repräsentative Bevölkerungsumfrage des TechnikRadar 2022 mit dem Schwerpunkt Zukunft der Gesundheit. Ein Auszug zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie wird im Herbst 2021 erscheinen.

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