Zentrum für interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung

Abgeschlossene Projekte

Alle abgeschlossenen Projekte des ZIRIUS bis 2016, chronologisch geordnet nach Abschlussjahr. Alle aktuelleren Projekte werden unter den jeweils beteiligten Forschungsbereichen gelistet.

2016 abgeschlossene Projekte

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  • Projektförderung: Land Baden-Württemberg, BW-plus Programm
  • Projektlaufzeit: 2014 - 2016
  • Ansprechpartner: Piet Selke
  • Mitarbeiter: Piet Selke

Das Projekt STROMBANK demonstriert den Betrieb eines nachbarschaftlichen Stromspeichers. Sowohl Stromverbraucher, die auch selbst Strom erzeugen ("Prosumer") sowie reine Stromverbraucher sind in die Forschungen eingebunden mit denen die technischen und sozialen Seite dieses neuen Konzeptes untersucht werden. Das Projekt wurde 2014 gestartet und wird vom BW-plus Programm des Landes Baden-Württemberg gefördert. Das Projekt wird gemeinsam von der MVV Energie (Energieversorger und Projektkoordinator), dem Institut für Photovoltaik der Universität Stuttgart, der adc-tec GmbH sowie der Netrion GmbH (beides Technologieentwickler) bearbeitet.

Das technische Komponente bietet die Möglichkeit, Strom aus erneuerbaren Quellen in eine große Batterie "einzuzahlen", entsprechend einer Geldeinzahlung auf ein Bankkonto. Nicht benötigter Strom wird so gespeichert und kann von anderen Konsumenten in der Nachbarschaft, die Teilnehmer der Strombank sind, "abgehoben" werden, oder er kann auf dem Strommarkt verkauft werden. Die Stromnetze werden entlastet, denn der lokal erzeugte Strom wird bis zum lokalen Vebrauch oder dem Verkauf zwischengespeichert. Die Prosumer haben andererseits volle Transparenz und Kontrolle über den in ihrem Haushalt (z.B. durch Photovoltaik-Anlagen) erzeugten Strom. Der Prosumer wird so zum aktiven Teil der Restrukturierung des Energiemarktes.

Im ersten Schritt wurden die erforderlichen technischen Komponenten entwickelt. Umfragen und Fokusgruppen werden mit der Teilnehmern durchgeführt um ihre Motivationen, Absichten und ihre Akzeptanz zu erfassen. Ein besonderer Schwerpunkt ist dabei das Gesschäftsmodell der "Strombank", für die verschiedene Modelle getestet werden sollen. So kann das Stromkonto etwa als Girokonto, als Sparkonto oder als Kooperative angelegt werden. Die Unterschiede liegen in den Eigentumsrechten an dem in einer Nachbarschaft erzeugten Strom und in den Modalitäten seiner Verteilung.

Komplementäre Nutzung verschiedener Energieversorgungskonzepte als Motor gesellschaftlicher Akzeptanz und individueller Partizipation zur Transformation eines robusten Energiesystems – Entwicklung eines integrierten Versorgungsszenarios

  • Projektförderung:          Bundesministerium für Bildung und Forschung
  • Projektlaufzeit:              01.07.2013 – 30.06.2016             
  • Ansprechpartner:          Dr. Marco Sonnberger
  • Mitarbeiter:                   Dr. Marco Sonnberger, Dr. Michael Ruddat

Ausgangssituation und Forschungsfragen
KomMA-P erforscht, unter welchen Bedingungen Bürgerinnen und Bürger dazu bereit sind, den Ausbau erneuerbarer Energien zu akzeptieren und zu unterstützen. Ausgangsidee ist, dass man ihnen Möglichkeiten bieten muss, an dieser Veränderung teilzuhaben, damit sie diese mittragen. Bisher können sie sich nur beteiligen, wenn sie bereit sind, Geld zu investieren und damit zum Beispiel Anteile an Windparks oder Biogasanlagen erwerben oder eine Photovoltaikanlage auf ihrem Dach anbringen. Wem die Mittel dafür fehlen oder das Interesse an einer finanziellen Beteiligung, der bleibt ausgeschlossen. Im Zentrum der Forschung steht deshalb die Frage: Welche niedrigschwelligen Angebote und Instrumente braucht es, damit die Bevölkerung an der Energiewende partizipieren und sie dadurch besser verstehen und akzeptieren kann?

Projektziele und Umsetzung
Das Ziel des Forschungsprojekts sind Handlungskonzepte für Entscheidungsträgerinnen und -träger aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Sie bekommen Ansätze aufgezeigt, wie sie auf ihre Bedürfnisse und ihren lokalen Kontext abgestimmte Energiemaßnahmen umsetzen können, die nicht nur technisch und finanziell realisierbar sind, sondern auch die Menschen vor Ort einbinden und überzeugen. Um das zu erreichen, verknüpft das Projekt technische und ökonomische Energiewendemodelle mit sozialwissenschaftlichen Forschungen zu Akzeptanz und Teilhabe.

Eine Fragestellung des Forschungsprojektes ist, inwieweit technische Lösungen auf der einen Seite und Möglichkeiten zur Teilhabe auf der anderen Seite voneinander abhängen. Im Gegensatz zu technischen und kostenoptimierten Energiewendeszenarien werden in diesem Forschungsprojekt Energiewendemodelle betont, die von den Menschen akzeptiert werden und an denen sie sich stärker beteiligen können.

Wie stark das Akzeptanz- und Partizipationspotential der verschiedenen technischen Optionen tatsächlich ist, wird durch sozialwissenschaftliche Methoden wie Feldtests, repräsentative Befragungen und Stakeholder-Dialoge empirisch abgesichert. Die Ergebnisse fließen dann in das Simulationsmodell PowerACE ein, das vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI entwickelt wurde.

Bei der Entwicklung und Erprobung der Szenarien stehen Praxisakteure – Versorger, Dienstleister und Interessenvertreter aus dem Energie- und Umweltsektor – zur Seite. Beispielsweise wird in Kooperation mit der SWW Wunsiedel die „Energiebox“ getestet, ein Minikraftwerk, das für mehrere Haushalte Strom und Wärme erzeugen kann. Gemeinsam mit Energiewende GmbH wird das Pilotprojekt „Energiefluss Visualisierung“ durchgeführt: Indem sichtbar gemacht wird, wo Energie herkommt und wie sie genutzt wird, sollen Verbraucherinnen und Verbraucher für dieses Thema sensibilisiert und zu bewussterem Umgang mit Energie motiviert werden.

Verbundpartner:

Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE (Leitung)

Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI

Competence Center Energiepolitik und Energiemärkte

Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Lehrstuhl für Internationale Beziehungen und Entwicklungspolitik               

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  • Funding:                 European Union (FP7 programme)
  • Project duration:    July 2013 - June 2016
  • Contact:                 Dr. Antje Grobe
  • Project staff:          Dr. Antje Grobe (coordinator), Mikko Rissanen, M.Soc.Sc.

Stakeholder engagement and dialogue are essential to the responsible development of nanotechnologies in Europe. NANODIODE establishes an innovative, coordinated programme for outreach and dialogue throughout Europe to support the effective governance of nanotechnologies. The project integrates vital engagement activities along the innovation value chain: it combines ‘upstream’ public engagement (by way of dialogues that integrate societal needs and expectations into the policy debate) with ‘midstream’ engagement (by organising open innovation workshops at the level of R&D) and ‘downstream’ strategies for education and communication. The overall objectives of NANODIODE are to:

  • Develop new strategies for outreach and dialogue along nanotechnology value chains;
  • Organise engagement and dialogue at the 'upstream' level of research policy;
  • Enable processes of co-creation during research and innovation;
  • Professionalise nanotechnology education and training;
  • Establish an innovative programme for outreach and communication on nanotechnologies;
  • Assess the impact of the project’s activities and provide policy feedback with a view to Horizon 2020.

The consortium brings together a strong network of partners from various backgrounds and extending across Europe (representing academia, industry, civil society, education and communication). Many partners bring their experience as coordinators of earlier European projects (such as NANOCODE, NANOREG, NANOEIS, NANOCAP, NANOPLAT, OBSERVATORY NANO, NANOPINION, NANOCHANNELS and NANOBIORAISE). This will allow the project to look back and identify best practices based on existing experience - and developing new, innovative models and tools for outreach and dialogue when necessary. The project will also look ahead: as Horizon 2020 unfolds, the project will provide best practices for the effective governance of nanotechnologies in Europe.

The methods applied in NanoDiode are aimed at a thorough assessment of current and former dialogue, outreach and educational activities as well as an analysis of the regulatory background and the background of public perception. Methods are: desk research, surveys, interviews, web page, videos, school kids and student`s competitions, educational activities for teachers, dialogue activities for involving stakeholders and citizens such as Inspire Workshops, 3rd Generation Deliberation Workshops and User Committees; innovative outreach activities similar to Guerilla Stores and Street Dialogue Events such as NanoBazar and NanoGallery.

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  • Projektförderung:          BWPLUS – Programm Lebensgrundlage Umwelt und ihre Sicherung des Landes Baden-Württemberg
  • Projektlaufzeit:               Januar 2014 – Juni 2016
  • Ansprechpartner:           Dr. Wolfgang Hauser
  • Mitarbeiter:                    Dr. Ulrich Fahl (IER, Projektleitung), Dr. Wolfgang Hauser, Dr. Marco Sonnberger          

Projektziele

Vielfältige Aktivitäten zur Nutzung erneuerbarer Energien, zur Energieeinsparung und zur Emissionsminderung von Kommunen, Regionen, aber auch Bundesländern lassen sich unter dem Schlagwort der „Energie-Autarkie“ bündeln. Im Rahmen dieses Projektes wird vor diesem Hintergrund in einem interdisziplinären Forschungsteam von Ingenieur- und Naturwissenschaftlern sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlern den folgenden zentralen Fragen nachgegangen:

  • Begriffsverständnis zur Energie-Autarkie bei Wissenschaft, Stakeholdern und Bürgerschaft innerhalb von Baden-Württemberg.
  • Technische und ökonomische Modellierungsansätze zum Energiebedarf und den verfügbaren Energieressourcen. Dabei soll insbesondere auch die Bedeutung von Energiespeichern, Flexibilisierungspotenzialen und Netzen analysiert werden.
  • Simulation der für ein regionales Optimum benötigten Infrastruktur und Analyse deren Konsistenz
  • Partizipation (Stakeholder und Experten) und Akzeptanz (Bürgerschaft) für die erforderliche Infrastruktur, deren Kosten, Verhaltenskonsequenzen (Energieeinsparung) und Aktivitätspotenzial (Energiegenossenschaften, Lokale Agenda Gruppen, Stadtwerke usw.)


Methoden

Es werden Simulationen und Szenarien zu den drei Kernbereichen der Energiewende, Wärme, Strom und Mobilität im privaten, industriellen und gewerblichen Sektor, erstellt. Hierzu gilt es, komplexe Simulationsmodelle auf Basis vorhandener erprobter Simulationssysteme weiter zu entwickeln und miteinander zu einem modularen Modellverbund über die Institutsgrenzen hinweg in Verbindung zu bringen. Hinzu kommen soziale Szenarien (Partizipation) auf Basis von Bürgerumfragen, Stakeholderbefragungen und Diskursverfahren und -formaten (z. B. Bürgergutachten). Abgebildet werden soll dadurch das prototypische Energieverhalten und die Energienutzung, die Bereitschaft zur Handlungsänderung und dafür subjektiv als wichtig definierte gesellschaftliche Rahmenbedingungen sowie die Akzeptanz verschiedener Technologien. Die Einschätzung relevanter Parameter und der Tendenz zu deren Veränderung soll wiederum mittels der Cross-Impact-Bilanzanalyse geleistet werden, u. a. durch Expertenbefragungen. Diese Vorgehensweise soll die Komplexität des modularen Modellverbundes reduzieren und pragmatisch auf als wissenschaftlich realistisch empfundene Optionen eingrenzen.

Projektpartner:

Innerhalb der Universität Stuttgart:

Außerhalb der Universität Stuttgart:

 

 

Im Juni 2011 ist das vom BMBF geförderte Projekt „Stadt mit Energie-Effizienz Stuttgart“ gestartet (Laufzeit 2011 – 2016). Koordiniert wird SEE vom Amt für Umweltschutz der Stadt Stuttgart. Projektpartner sind das Fraunhofer Institut für Bauphysik, verschiedene Institute der Universität Stuttgart, darunter auch ZIRIUS, sowie die EnBW.

Die Umgestaltung der Energieversorgung ist insbesondere auch für Kommunen eine drängende Aufgabe. Sie umfasst Maßnahmen zur Energieeinsparung, zur Energieeffizienz und zum Ausbau regenerativer Energien. Möglichkeiten zur Energieeinsparung in der Stadt Stuttgart sollen gemeinsam mit den Bürgern und den wirtschaftlichen Akteuren der Stadt angegangen und umgesetzt werden. Ziel ist es, eine 20%ige Reduzierung des Energieverbrauchs bis 2020 zu erreichen – und damit zu einem Erreichen der so genannten „20-20-20-Ziele“ der Europäischen Union beizutragen.

Die dazu notwendigen Effizienzsteigerungen müssen in allen Sektoren und von den verschiedensten Akteuren über einen bestimmten Zeitraum verteilt umgesetzt werden. Als Basis des Projekts wurden in einer Vorphase durch die Projektpartner die Energieströme innerhalb der Stadt umfassend bilanziert und Ansatzpunkte für Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Einsparung identifiziert. Diese Maßnahmen sollen nun in einem nächsten Schritt umgesetzt werden. Dies gelingt nicht ohne eine intensive Zusammenarbeit zwischen Bürgern, Politik, Behörden und wirtschaftlichen Akteuren. Diese Zusammenarbeit wird von ZIRIUS organisiert und wissenschaftlich begleitet.

Projektberichte:

Expertenworkshop Bewertung Beratungstool für Stuttgarter Haushalte
Fokusgruppe energiebezogene Nutzersensibilisierung

 

  • Projektförderung:  Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg
  • Projektlaufzeit:      Dezember 2014 bis Mai 2016
  • Ansprechpartner:  Sarah-Kristina Wist
  • Mitarbeiter:           Sarah-Kristina Wist

Im Rahmen des Pilotvorhabens „Erarbeitung eines Fachplanes Gesundheit auf Ebene der Land- und Stadtkreise im Rahmen der Kommunalen Gesundheitskonferenz unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger“ sollen sechs Land- und Stadtkreise konkrete Erfahrungen zu den Voraussetzungen, Prozessschritten und möglichen Vorgehensweisen der Gesundheitsplanung sammeln. Ziel ist es, die Ergebnisse des Pilotvorhabens durch Handlungsempfehlungen zur Erarbeitung eines Fachplanes Gesundheit für Land- und Stadtkreise in Baden- Württemberg zu erarbeiten. ZIRIUS übernimmt in diesem Vorhaben die wissenschaftliche und fachliche Begleitung und Beratung zum Thema Bürgerbeteiligung sowie die Moderation der Netzwerksitzungen.

 

Das Evaluationsprojekt zielte darauf ab, die Prozessqualität und die („interne“) Wirkung der Veranstaltungsteilnahme auf die involvierten Bürgerinnen und Bürger zu bewerten. Daraus sollten  Empfehlungen zur Verbesserung u. a. der Designs abgeleitet werden. Das Loka Institut untersuchte die externen Wirkungen. Beide Begleitforschungen stellten die offizielle Evaluation der WWViews Initiative dar. Das Forschungsvorhaben wurde vom Konsortium der World Wide Views Initiative (WWViews; vgl. wwviews.org) in Auftrag gegeben. Die KR Foundation förderte das Projekt.


Bei World Wide Views handelte es sich um ein großes transnationales Vorhaben zur Bürgerbeteiligung. Hier sollten dem übergreifende Themen der zukünftigen Entwicklung diskutiert werden. Das waren bisher Klimawandel und Energie (WWViews Eins und Drei) und Biodiversität (Zwei). Die WWViews Veranstaltungen wurden jeweils national und hier teilweise an mehreren Standorten (sites) durchgeführt. Das Veranstaltungsdesign ist weltweit gleich und entspricht dem Format der Bürgerkonferenz. Nach den deliberativen Phasen werden die Meinungen der Teilnehmenden über Abstimmungen erfasst und aggregiert. 

Methods

Im Zentrum des Forschungsdesigns von ZIRIUS stand eine Befragung von Teilnehmenden der WWViews Veranstaltungen. Dazu wurde ein englischer Fragebogen entwickelt bzw. mit Bezug auf konzeptuelle Vorarbeiten und die Vorstudien angepasst. Dieser englische Fragebogen wurde wenn nötig in die Landessprache(n) übersetzt. Die Auswertungen der Daten fanden im Jahr 2016 statt.

ZIRIUS begleitete schon die beiden vorangegangenen WWViews Initiativen. Neben dem Eigenwert unserer Beteiligung an WWViews unterstützt diese Studie auch die Metaforschung. 

 

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Neuro-Enhancement ist die Steigerung geistiger Leistungsfähigkeit durch pharmakologische oder technische Hilfsmittel. Das von der Europäischen Kommission geförderte Projekt soll einen Beitrag zu verantwortungsvoller Forschung und Innovation („Responsible Research and Innovation“, RRI) in diesem Bereich leisten.

Im Konsortium sind 18 Partner aus 11 europäischen Ländern vertreten. Ihre Aufgabe besteht darin, die Diskussion zu Neuro-Enhancement in ihrem jeweiligen Land aufzuarbeiten und verschiedene Stakeholder zu mobilisieren, um die herausragenden Eigenschaften der Debatte in diesem Feld zusammenzutragen. Darüber hinaus soll ein umfassender gesellschaftlicher Dialog über Möglichkeiten und Probleme, ethische Standpunkte und den Regulierungsbedarf gefördert werden. Dies soll durch Maßnahmen wechselseitigen Lernens wie Interviews oder Workshops erreicht werden. Zu den Stakeholdern zählen beispielsweise Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Industrie sowie zivilgesellschaftliche Gruppen. Aber auch Patienten, Lehrer, Schüler und Studierende und die breite Öffentlichkeit sollen in NERRI angesprochen werden. Zunächst möchte NERRI diese Gruppen zusammenbringen und die Herausforderungen, die mit den Entwicklungen im Bereich Neuro-Enhancement einhergehen, diskutieren.

Die nächste Stufe des Projekts zielt darauf ab, in Europa Rahmenbedingungen für verantwortungsvolle Forschung und Innovation im Bereich Neuro-Enhancement zu konkretisieren und umzusetzen, d.h. Wege zu finden, das Konzept verantwortungsvoller Forschung und Innovation zu implementieren. Die Wirkung der Projektergebnisse soll durch die Kommunikation der Projektaktivitäten maximiert werden: Ein zentrales Anliegen des Konsortiums ist die Initiierung und Förderung eines gesellschaftlichen Dialogs über wissenschaftliche und gesellschaftliche Aspekte von Neuro-Enhancement und einer sachkundigen Debatte darüber, wie verantwortungsvolle Forschung und Innovation in diesem Feld in Zukunft aussehen kann.

Projektpartner:

Ciência Viva - Agência Nacional para a Cultura Científica e Tecnológica (Koordination)

LSE - London School of Economics and and Political Science

SKU - Stichting Katholieke Universiteit

OeAW - Oesterreichische Akademie der Wissenschafte

SISSA - Scuola Internazionale Superiore du Studi Avanzati di Trieste

IBMC.INEB - Instituto de Biologia Molecular e Celular

EXP - Center for Formidling af Naturvidenskab og Modern Teknologi Fond, Experimentarium

UVT - Stichting Katholieke Universiteit brabant Universiteit Van Tilburg

CEU - Kozep-Europai Egyetem, Central European University

USTUTT - Universität Stuttgart

MAINZ - Johannes Gutenberg Universität Mainz

JKU - Universitaet Linz

UPF - Universitat Pompeu Fabra

TLS - Fondazione Toscana Life Sciences

UoI - Haskoli Islands

GAUK - Genetic Alliance UK LTD

EBC - The European Brain Council AISBL

KCL - King's College London

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Die Energiewende stellt in Umsetzung und Gestaltung eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen der kommenden Jahre dar. Im Fokus des Forschungsprojektes „LITRES – Lokale Innovationsimpulse zur Transformation des Energiesystems“ steht die Analyse der Entwicklung situativer Governance als Grundlage für Innovationsimpulse zur Transformation des Energiesystems. Das Projektteam geht dabei davon aus, dass sich in Auseinandersetzung mit den etablierten Strukturen des Feldes „Energiesystem“ spezifische lokale Governance-Strukturen entwickeln, die Innovationsimpulse setzen und einen wichtigen Beitrag zur Transformation des Energiesystems leisten. Ziel ist es, spezifische Struktur- und Organisationsmuster situativer lokaler Governance herauszuarbeiten, die sich über das Handeln der beteiligten Akteure auf lokaler Ebene herausbilden.

Untersuchungsgegenstand des Projektes sind die vier Innovationsimpulse Bürgerwindanlagen, Energieliefer-Contracting, Mikro KWK und Intelligente Infrastrukturen, die jeweils anhand von zwei Fallbeispielen näher betrachtet werden. Die Aufgabe des ZIRIUS ist im Rahmen des Projektes die Einbindung von Stakeholdern, die Analyse verschiedener Geschäftsmodelle sowie die Identifikation von Maßnahmen zur Verstetigung der unterschiedlichen Innovationsimpulse. In mehreren Workshops werden Forschungsergebnisse direkt mit praxisrelevantem Input rückgekoppelt; Maßnahmen, die sich in einer ersten Analyse der Innovationsimpulse identifizieren lassen, werden in Gruppendelphis mit Expertinnen und Experten sowie Stakeholdern diskutiert und weiterentwickelt.

Auftraggeber ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Themenschwerpunkts „Umwelt- und gesellschaftsverträgliche Transformation des Energiesystems“, Forschungsprogramm FONA (Sozial-ökologische Forschung)

Projektpartner:

2015 abgeschlossene Projekte

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  • Projektförderung:   “Schaufenster Elektromobilität” des BMVBS, BMWi, BMBF und BMU
  • Projektlaufzeit:       Januar 2013 – Dezember 2015
  • Ansprechpartner:   Dr. Rüdiger Goldschmidt
  • Mitarbeiter:            Dr. Rüdiger Goldschmidt

Ziel des GuEST- Projektes ist es, die Vermittlung von Potentialen der Elektromobilität zu unterstützen und die Nutzungsbereitschaft von E-Mobilität zu stärken. Zudem soll das Projekt ein tragfähiges Geschäftsmodell für den Einsatz von Elektrofahrzeugen im Bereich Taxinutzung entwickeln. Dies ist bisher weltweit noch nicht gelungen. Eine zentrale Fragestellung lautet, ob und wie der nachhaltige Einsatz von Elektrofahrzeugen im Taxi-Betrieb realisierbar ist. Dazu werden herkömmliche Elektrofahrzeuge (Serie) in den Testbetrieb eingeführt. Das Projekt begleitet die Entwicklung der Technik in ihrem Umfeld, wobei zwei Schwerpunkte untersucht werden:

  1. Die Erfassung von Nutzungsdaten der Taxen erlaubt Rückschlüsse auf technische Fra-gestellungen. Dazu gehört die Art der Ladetechnik, deren optimale Positionierung im Fahrzeug, die Stadtmöblierung des Fahrzeugs, Fragen der Energiebereitstellung und der Ladetechnik für den Taxibetrieb in Stuttgart und speziell die Frage der Ladeinfrastruktur (Relation von Ort, Ladedauer, Technologie und Zeit). Des Weiteren werden Untersuchungen zu Sicherheit und Verschleiß der Elektrofahrzeuge durchgeführt.
  2. Ein Herausstellungsmerkmal des Projektes ist der integrative Fokus, speziell auf die sozio-organisatorische Enkulturation der E-Taxen. Die E-Fahrzeuge sollen nicht nur technisch funktionieren, sondern sich im Alltag bewähren. Neben der Rentabilität der E-Taxen gehört die Akzeptanz und Nutzungsbereitschaft bei Betreibern und Kunden zu den Kernfaktoren eines erfolgreichen Geschäftsmodells. Neben Rückkopplungen an die mit den technischen Aspekten befassten Partner soll die sozialwissenschaftliche Begleitforschung Erkenntnisse zu der grundlegenden Frage erbringen, welche Faktoren die Aufgeschlossenheit gegenüber der neuen Technik erhöhen (Untersuchungsschwerpunkt ZIRIUS). Die Studie analysiert dazu Erfahrungen und Einstellungen der beteiligten Taxifahrer, Unternehmer und der Fahrgäste. Zudem wird die Wirksamkeit verschiedener Kommunikationsmethoden getestet, darunter die Informationsvermittlung über Tablet-Computer vs. die interaktive Vermittlung durch die Taxifahrer.

Projektpartner:

FKFS (Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart, Koordination)

TAZ (Taxi-Auto-Zentrale Stuttgart)

DEKRA

BOSCH

DAIMLER (assoziierter Partner)

 

Dieses Teilprojekt des Exzellenzclusters „Simulation Technologies“ (SimTech) der Universität Stuttgart untersucht Methoden des Umgangs mit politischen, sozialen und wirtschaftlichen Dimensionen im Rahmen von Umweltsimulationen. Umweltsimulationen sind ein wichtiges Instrument, um Umweltveränderungen sowie ihre regionalen und globalen Ursachen und Folgen zu analysieren und um mögliche Maßnahmen zu testen und zu evaluieren. Diese Simulationen sind sowohl für die Wissenschaft selbst als auch für die Politikberatung relevant.

Annahmen über (zukünftige) gesellschaftliche Kontexte - wie z.B. Bevölkerungswachstum, Konsumverhalten, technologische Entwicklung, Maßnahmen und Policies - haben einen starken Einfluss auf die Ergebnisse von naturwissenschaftlichen Umweltsimulationen. Umweltsimulationen werden der Komplexität und Unsicherheit sowie dem qualitativen Charakter gesellschaftlicher Dimensionen und ihrer Wechselwirkungen jedoch häufig nicht gerecht. Die Analysetiefe von „state of the art“-Umweltmodellierungen ist meist deutlich höher als diejenige der weniger elaborierter Behandlung gesellschaftlicher Aspekte ( z.B. über die externe Setzung einzelner gesellschaftlicher Parameter oder über intuitive Szenarien).

Um die komplexen Wechselwirkungen zwischen Umwelt und Gesellschaft angemessener zu fassen, wird häufig eine interdisziplinäre Herangehensweise gefordert, die naturwissenschaftliches Wissen (z.B. Physik, Chemie, Ökologie, Hydrologie) mit sozialwissenschaftlichem Wissen (z.B. Soziologie, Wirtschafts- und Politikwissenschaft) verknüpft. Deshalb werden zunehmend Integrated Assessment Modelle (IAM) entwickelt, mit denen Umwelt und Gesellschaft als integrierte Systeme simuliert werden. Die Aussagekraft dieser IAM ist jedoch häufig dadurch eingeschränkt, dass erstens naturwissenschaftliche Zusammenhänge stark vereinfacht werden und dass zweitens gesellschaftliche Dimensionen allein über quantifizierbare Variablen aufgenommen werden.

Im Projekt ACCESS wird deshalb eine alternative methodische Herangehensweise des Umgangs mit gesellschaftlichen Kontexten im Rahmen von Umweltsimulationen untersucht. Die Cross-Impact Bilanzanalyse (CIB), eine systematische, formalisierte und qualitative Form der Systemanalyse, wird zur Entwicklung konsistenter gesellschaftlicher Kontextszenarien für Umweltsimulationen getestet. Im Rahmen von Fallstudien werden Bedarfe, Potentiale und Grenzen dieses interdisziplinären methodischen Ansatzes analysiert sowie Anwendungsprozesse für das Feld der Umweltsimulation entwickelt.


Literatur:

Weimer-Jehle W. und Kosow H. (2011): Gesellschaftliche Kontextszenarien als Ausgangspunkt für modellgestützte Energieszenarien. In: Dieckhoff C. et al. (Hrsg.): Energieszenarien - Konstruktion, Bewertung und Wirkung. KIT Scientific Publishing, Karlsruhe

Kosow H. (2014): Nachvollziehbarkeit und Konsistenz narrativer, numerischer und kombinierter Szenarien. In: Bellucci, S.; Bröchler, S.; Decker, M.; Nentwich, M.; Rey, L.; Sotoudeh, M. (Hrsg.) (2014): Vordenken – mitdenken - nachdenken. Technologiefolgenabschätzung im Dienst einer pluralistischen Politik; Edition Sigma Berlin.

2014 abgeschlossene Projekte

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Dieses Teilprojekt startete im Rahmen des Exzellenzclusters „SimTech“ (Simulation Technologies) der Universität Stuttgart vor dem Hintergrund, dass erneuerbare Energien in den letzten Jahren aus verschiedenen Gründen (Ressourcenknappheit, CO2-Problematik) zunehmend an Bedeutung gewinnen. In diesem Zusammenhang ist es auch der Politik ein Anliegen, diesen Energie- (und Wirtschaftszweig) durch Fördergelder und entsprechende Rahmenbedingungen zu stützen und zu stärken. Wie dies (sinnvoll) geschehen kann ist Teil sozialwissenschaftlicher Innovationsforschung, von der momentan jedoch kein einheitliches Bild zu zeichnen ist. Unterschiedlichste Ansätze versuchen, den Bedingungen (gelungener) Innovationen auf den Grund zu gehen, um diese dann in Empfehlungen für die Zukunft einfließen zu lassen.

Andererseits rückt im sozialwissenschaftlichen Forschungshorizont seit relativ kurzer Zeit die Methode der Computersimulation ins Visier. Ob und wie der Einsatz von Computersimulationen im sozialwissenschaftlichen Bereich sinnvoll sein und – im Falle von REMAG – vielleicht sogar zur Überbrückung theoretischer Unvereinbarkeiten in der sozialwissenschaftlichen Innovationsforschung dienen kann, soll im Rahmen des Projektes am Beispiel der Innovationsgeschichte der Windkraft erprobt werden, die sich durch die besondere Rolle, die politische Rahmenbedingungen spielen, auszeichnet.

Das Projekt REMAG ist im SimTech-Kontext im Forschungsfeld G zu verorten, die als integrative Plattform für Reflexion und Evaluation von Simulationen fungiert.

Das LiWa-Projekt läuft unter dem Förderschwerpunkt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) "Forschung für die nachhaltige Entwicklung der Megastädte von morgen - Energie- und klimaeffiziente Strukturen in urbanen Wachstumszentren". Es ist eines von 10 Projekten, das nach der zweijährigen Vorphase (2005-2007) für die Durchführung der fünfjährigen Hauptphase (2008-2013) ausgewählt wurde. Ziel des LiWa-Projektes ist die Entwicklung von Konzepten und Verfahren für die nachhaltige Planung und das Management der Wasserver- und -entsorgung in Lima, der Hauptstadt Perus. Dazu werden gemeinsam mit deutschen und peruanischen Partnern Szenarien für die zukünftige Wasserversorgung erstellt und anschließend in partizipativen Foren effektive, sozialverträgliche Maßnahmen entwickelt, die insbesondere die Auswirkungen des Klimawandels und die Förderung energieeffizienter Strukturen berücksichtigen. Zusätzlich hat das BMBF eine Verlängerung bis Mai 2014 genehmigt.
Das Projekt gliedert sich in 6 Teilprojekte auf, wobei ZIRIUS federführend Teilprojekt 4 (Partizipation und Governance) bearbeitet. Gesamtkoordinator des Projektes ist ifak e.V. Magdeburg. Neben Teilprojekt 4, ist ZIRIUS für die Koordination des Projektes vor Ort und die Leitung des Projektbüros in Lima/Perú verantwortlich.

Projektpartner

Lehrstuhl für Hydrologie und Geohydrologie (IWS) der Universität Stuttgart

Institut für Landschaftsplanung und Ökologie (ILPOE) der Universität Stuttgart

Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)

Hochschule Ostfalia

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Das Projekt Evaluation der BEKO-Baden-Württemberg ist entstanden in enger Kooperation mit der Dialogik gemeinnützige GmbH, welche die Öffentlichkeitsbeteiligung BEKO für das Umweltministerium konzipierte und durchführte.

Die Landesregierung Baden-Württemberg hat die Entwicklung eines "integrierten Energie- und Klimaschutzkonzeptes" (IEKK) in Auftrag gegeben. Der Entwurf dazu wurde von den Fachabteilungen der verschiedenen Ministerien und mithilfe von externen Sachverständigen entwickelt. In dem Entwurf waren die Ziele, Strategien und Maßnahmen zum Erreichen der Energiewende enthalten. Diese Maßnahmen sollten im Rahmen einer Beteiligung (Name BEKO) von Bürgerinnen und Bürgern sowie von Verbände- und Interessenvertretern bewertet werden. Dazu wurde eine Webseite mit Online-Abstimmungs- und Kommentarfunktion den Bürgerinnen und Bürgern Baden-Württembergs angeboten. 12 Zusätzliche Fokusgruppen mit Bürgern und Verbändevertretern jeweils an zwei Terminen dienten zur tieferen Diskussion der vorgeschlagenen Maßnahmen.

Die begleitende Evaluation erfasst die jeweils persönliche Sichtweise aller teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger sowie die Online Teilnehmenden und die Verbändevertretern durch mehrere Analysen:

  •     in schriftlicher Form durch eine 4-wellige Fragebogenserie (vermittelt on- und offline)
  •     durch Interviews mit einzelnen, besonders aktiven Teilnehmern
  •     Auswertung der Nutzungsprotokolle der Webseite

Darüber hinaus umfass das Evaluationspaket auch die Befragung der von der BEKO mittelbar Betrof-fenen in Form von zwei Serien von Kurzinterviews

  •     von Abgeordneten des Landtags als Adressaten der Beteiligung
  •     von Mitarbeitern vierer Ministerien, die an der Entwicklung der Maßnahmen beteiligt waren, um die Auswirkungen der Beteiligung auf die Arbeitsabläufe der Verwaltung zu erfassen

Eine den Verlauf der BEKO begleitende Medienanalyse in Print und Online-Medien rundet das Ge-samtpaket des Evaluationsprojekts ab um ein möglichst komplettes Bild der Wirkung und Funktion einer großen, auf mehreren Medien verbreiteten Beteiligung erfassen und analysieren zu können.

 

 

 

               

Dieses Forschungsvorhaben konzentriert sich auf die Sicherung der Medikamentenwarenkette vom Arzneimittelhersteller über den Großhandel bis zum Point of Sale / Point of Care. Durch die vorgeschlagenen Sicherungsmaßnahmen sollen kriminelle oder versehentliche Handlungen bzw. Unfälle vermieden werden. Mögliche Bedrohungsszenarien können Medikamentenfälschungen, Anschläge durch das Einschleusen gefährlicher Medikamente, Unfälle im Verpackungsprozess oder in der Kühlkette u.a. sein. Im Ergebnis des Projektes sollen diese ökonomisch bewerteten Störungen in der Warenkette verhindert und so Fehlmedikationen und eventuelle großflächige Vergiftungen in der Bevölkerung ausgeschlossen werden.

Projektpublikationen:

Aschenbrücker, A., Löscher, M., Troppens, S. (2013), Scenario-based supply chain risk management to avoid drug shortages caused by external threats in the pharmaceutical supply chain, Konferenzbeitrag auf 20thEurOMA Conference, Dublin 7. - 12. Juni 2013.
 
Aschenbrücker, A., Löscher, M. (2013), Szenario-gestützte Identifikation von externer Bedrohungspotenzialen in der Medikamentenversorgungskette, IPRI-Praxis Nr. 2, Stuttgart.

2013 abgeschlossene Projekte

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  • Projektförderung:   Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren, Baden-Württemberg und Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg
  • Projektlaufzeit:        01.09.2012 – 31.12.2013
  • Ansprechpartnerin: Dr. Gisela Wachinger    
  • Mitarbeiter:             Dr. Gisela Wachinger (Projektleitung), Sarah-Kristina Wist

Der Ministerrat des Landes Baden-Württemberg hat 2012 einen Zukunftsplan Gesundheit verabschiedet und das Sozialministerium mit der Umsetzung des Gesundheitsdialogs beauftragt. Nach dem Landesgesundheitsdialog im Oktober 2012 – bei dem Bürgerinnen und Bürger mit Frau Ministerin Altpeter Fragen diskutieren konnten, die sie in einem Bürgerforum erarbeitet hatten – werden von Januar bis Oktober 2013 in Pilotdialogen auf allen Ebenen (Land, Landkreise, Städte und Gemeinden) Partizipationsverfahren im Bereich Gesundheit konzipiert und erprobt.

Für spezielle Gesundheitsthemen wurden vor Ort in den Kommunen Beteiligungskonzepte entwickelt, die auf die jeweilige Problematik zugeschnitten sind. Das Spektrum reicht von der Prävention vor Gesundheitsrisiken bis zu Konfliktlösung bei der Krankenhausneukonzeption. Die unterschiedlichen Methoden kommen themenbezogen zur Anwendung und werden abschließend extern evaluiert, um Aussagen über die Umsetzbarkeit in weiteren Kommunen zu gewinnen. Im Oktober 2013 wird im Rahmen des Landesgesundheitsdialogs 2013 über die Ergebnisse der Pilotdialoge berichtet.


Aufbau des Projektes:

  1. Landesgesundheitsdialog 2012
  2. Pilotdialoge
  • Landkreis Calw: Bürgerforum zur Zukunft der Kreiskliniken
  • Landkreis Reutlingen: Fokusgruppen zur Gesundheitstelematik
  • Stadt Weinheim: Untersuchung zur Aktivierung älterer und einsamer Menschen
  • Stadt Stuttgart-Mönchfeld: Bürgerforum zur Bewegungskultur ab 50
  • Gemeinde Sulzfeld: Foren zur gesundheitsförderlichen und generationengerechten Stadtplanung

3. Landesgesundheitsdialog 2013


Verwendete Partizipationsformate:

  • Bürgerforen
  • Zukunftswerkstatt
  • Planungswerkstatt
  • Themen- und Fokusgruppen
  • Runder Tisch
  • Qualitative Interviews

 

  • Projektförderung:  Bundesministerium für Bildung und Forschung
  • Projektlaufzeit:      Dezember 2010 – Dezember 2013
  • Ansprechpartner:  Dr. Marlen Niederberger
  • Mitarbeiter:           Prof. Dr. Ortwin Renn, Dr. Marlen Niederberger, Isabel Schneider

Zukunftstechnologien werden in der Gesellschaft häufig kontrovers diskutiert. Das Verständnis und die Akzeptanz dieser Technologien durch die breite Öffentlichkeit ist jedoch eine notwendige Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit und für die Durchsetzungsfähigkeit. In diesem Zusammenhang spielen Dialogverfahren eine wichtige Rolle. Sie stellen eine interaktive Form der Technik- und Wissenschaftsvermittlung dar. Ziel ist es, ein öffentliches Verständnis für Forschung, Wissenschaft und Technologien bei einem möglichst großen Teil der Bevölkerung hervorzurufen. Die Lösung dafür ist ein sachlicher Diskurs, der bei den Bürgern Vertrauen und Akzeptanz weckt. Um diese Ziele zu erreichen, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Projekt „Bürgerdialog Zukunftstechnologien“. Diskutiert werden unter anderem Bereiche der Hightech-Medizin, wie beispielsweise Neuronale Implantate. IFOK ist mit der inhaltlichen Konzeption und Umsetzung der Dialogreihe betraut. Die einzelnen Prozessschritte innerhalb des Bürgerdialogs und ihr wechselseitiges Zusammenwirken werden von ZIRIUS evaluiert. Die prozessbegleitende Evaluation garantiert eine laufende Anpassung des Verfahrens und verhilft somit zu einer optimalen Umsetzung der Ziele. Darüber hinaus dient sie der Erarbeitung von Kriterien für „Best Practice“.

Zum Bericht

  • Projektförderung:   Bundesministerium für Bildung und Forschung
  • Projektlaufzeit:       September 2010 – August 2013
  • Mitarbeiter:            Dr. Marco Sonnberger, Jürgen Deuschle
  • Ansprechpartner:   Dr. Marco Sonnberger, Jürgen Deuschle

Die Verbesserung der Energieeffizienz ist eine der Strategien, um die energie- und klimapolitischen Ziele zu erreichen. Mit der Wärmedämmung von Gebäuden und dem Einsatz effizienter Motoren in Fahrzeugen sind zwei Schritte genannt, mit denen die Ziele erreicht werden sollen. Allerdings zeigen Studien, dass das bislang Erreichte aufgrund von induzierten Verhaltensänderungen weit hinter dem theoretisch zu Erwartenden liegt. Ingenieurwissenschaftliche Berechnungen weisen auf ein wesentlich größeres Potential der bislang schon initialisierten Schritte zu mehr Energieeffizienz hin, als bislang erreicht wurde. Dieser Effekt wird als Rebound-Effekt bezeichnet.

Während in der Wissenschaft weitgehend Einigkeit über die Existenz des Rebound-Effekts herrscht, gehen die Meinungen darüber weit auseinander, welchen Umfang und welche energie- und klimapolitische Relevanz der Rebound-Effekt hat und wie er erklärt werden kann. Letzteres ist aber eine der notwendigen Voraussetzungen für seine Eindämmung und damit für das Erreichen der energie- und klimapolitischen Ziele.

Die Forschung zum Rebound-Effekt wurde bislang durch ökonomische Ansätze geprägt. Gleichwohl setzt sich zunehmend die Einsicht durch, dass auch psychologische und soziologische Faktoren von Erklärungskraft sein können. Das vom geförderte Forschungsprojekt REBOUND soll aus ökonomischer, psychologischer und soziologischer Sicht ein besseres Verständnis für den Rebound-Effekt entwickeln.

ZIRIUS untersucht in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (Fraunhofer-ISI) die psychologische und soziologische Seite des Rebound-Effekts. Zum Einsatz kommen dabei u. a. eine Lebensstil-Konzeption und Fokusgruppen mit VertreterInnen unterschiedlicher Lebensstile. Zweck des explorativen Verfahrens der Fokusgruppen ist es, Aspekte und Heuristiken der Energieverwendung und des Rebound-Effekts zu erheben. Die Ergebnisse fließen unter anderem in einen Survey ein, der von weiteren REBOUND-Projektpartnern durchgeführt wird. Die Ergebnisse des Gesamtprojekts werden abschließend in einem von ZIRIUS organisierten Gruppendelphi erörtert.

Gesamtkoordinator des Projektes ist das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).

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  • Projektförderung:   Bundesministerium für Bildung und Forschung
  • Projektlaufzeit:       September 2012 – Juni 2013
  • Ansprechpartnerin:Diana Gallego Carrera
  • Mitarbeiter:            Prof. Dr. Ortwin Renn, Diana Gallego Carrera, Dr. Michael Ruddat

Hintergrund

Zu Partitionierung und Transmutation, also der Umwandlung von langlebigen radioaktiven Nukliden, gibt es bislang vorwiegend technisch-naturwissenschaftliche Studien mit dem Ziel, die Umsetzungsoptionen dieser Verfahren zu prüfen. Wenn der Einsatz von Partitionierung und Transmutation in einem großtechnischen Maßstab gelänge, so könnte dieses Verfahren möglicherweise das Volumen langlebiger Nuklide und damit die Langlebigkeit von radioaktiven Abfällen insgesamt verringern.

Da in Deutschland einerseits die Endlagerung radioaktiver Abfälle besonders kontrovers diskutiert wird und andererseits die Fachleute und Technik-Ressourcen zur Erforschung von Partitionierung und Transmutation zur Verfügung stehen, stellt sich hier besonders drängend die Frage der Positionierung - insbesondere auch vor dem Hintergrund der Energiewende und eines forcierten Ausstiegs aus der Nutzung der Kernenergie zur Stromgewinnung. Was bedeutet Transmutation und Partitionierung für die Endlagerung des radioaktiven Mülls, der in Deutschland vorliegt und noch anfallen wird? Welches sind die gesellschaftlichen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen, welche die Akzeptanz von Transmutations- und Partitionierungs-Verfahren bedingen?

Ziele

Das Projekt soll Impulse für die Positionierung des Standortes Deutschland in der Debatte um Partitionierung und Transmutation bieten. Konkretes Ziel des Projektes ist die Erstellung einer Studie, die als Empfehlungsgrundlage für künftige politische Entscheidungen im Bereich der Partitionierung und Transmutation dient. Die Studie informiert über wissenschaftliche, technologische (dies insbesondere auf der Basis von Arbeiten der Projektpartner) und gesellschaftlich relevante Chancen und Risiken der Partitionierungs- und Transmutations-Forschung, bewertet diese und leitet aus der Bewertung Empfehlungen für eine angemessene Kommunikations- und Handlungsstrategie für politische Entscheidungsträger ab.

Projektpartner:              

DBE Technology GmbH

Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit mbH (GRS)

Helmholtzzentrum Dresden Rossendorf (HZDR)

Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

RWTH Aachen

iNTeg-Risk ist ein „flagship“-Projekt im 7. Rahmenprogramm der Europäischen Kommission. Über 80 Partner aus Industrie und Wissenschaft haben sich innerhalb dieses Projekts in enger Abstimmung zum Ziel gesetzt, einen einheitlichen Ansatz im Umgang mit den Herausforderungen von Risiken aufgrund neuer Materialien und Technologien der nächsten 15 Jahre zu etablieren.

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  • Projektförderung:    Robert Bosch Stiftung
  • Projektlaufzeit:        01.10.2011 – 31.03.2013
  • Ansprechpartnerin: Sylvia Hiller (Projektleitung)      
  • Mitarbeiter:             Sylvia Hiller

NaT-Working ist ein von der Robert Bosch Stiftung initiiertes und gefördertes Netzwerk mit dem Ziel, die Neugier an Naturwissenschaft und Technik durch die Vermittlung und Pflege von persönlichen Partnerschaften zwischen in der Forschung tätigen Natur- und Ingenieurwissenschaftlern, Lehrern und Schülern zu fördern. Seit 2008 werden keine neuen Kooperationsprojekte in die Förderung aufgenommen. Ziel ist es nun, die vielfältigen NaT-Working-Initiativen langfristig zu sichern, die Ergebnisse, Erfolge und Erfahrungen der letzten Jahre zu verbreiten und die entstandenen Partnerschaften zu intensivieren.

Im Rahmen der Evaluation durch ZIRIUS werden ehemalige Teilnehmer und Projektträger schriftlich befragt sowie Interviews mit Beiratsmitgliedern, Wissenschaftlern, Lehrern und Mitarbeitern der Robert Bosch Stiftung geführt. Parallel dazu wird eine Dokumentenanalyse der 150 Projektakten (Endberichte, Presseartikel etc.) durchgeführt.

2012 abgeschlossene Projekte

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  • Projektförderung:    Deutschen Bundesstiftung Umwelt & Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg
  • Projektlaufzeit:        2010 bis 2012
  • Ansprechpartnerin: Dr. Barbara Malburg-Graf          
  • Mitarbeiterin:          Dr. Barbara Malburg-Graf

Auf Bundes- und auf Landesebene gibt es seit geraumer Zeit politische Absichtserklärungen zur Reduzierung des Flächenverbrauchs. In ihrer Nachhaltigkeitsstrategie hat die Bundesregierung im Jahr 2002 die tägliche Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche als Nachhaltigkeitsindikator definiert. Das Ziel „30 Hektar“, d.h. die Verringerung der Flächenneuinanspruchnahme auf 30 Hektar täglich bis zum Jahr 2020 wurde als Nachhaltigkeitsziel formuliert. Im Jahr 2010 lag die Flächeninanspruchnahme in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes noch bei 87 Hektar täglich. Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg weist für das Jahr 2010 einen täglichen Flächenverbrauch von 6,6 Hektar alleine für Baden-Württemberg nach. Daran hat auch der ländliche Raum einen nicht unerheblichen Anteil.

Die Zielsetzung des Projektes „Chefsache Innenentwicklung“ ist die Stärkung der Kompetenzen von sensibilisierten Entscheidungsträgern in Gemeinden ländlicher Räume für eine nachhaltige und qualitativ hochwertige Innenentwicklung. Innenentwicklung soll an die Stelle der Außenentwicklung treten. Hierfür sind vielfältige und anspruchsvolle Aufgaben zu übernehmen, die in der Fachliteratur mit Flächenmanagement bezeichnet werden. Gerade in kleinen Gemeinden geschieht dieses Management häufig durch Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in eigener Regie, weil eine fachliche Unterstützung durch entsprechend ausgebildete Verwaltungsmitarbeiter meist fehlt oder nur unzureichend vorhanden ist.

20 Vertreter dieser Zielgruppe bekommen mit Hilfe der Methode „Kollegiale Coaching Konferenz“ Unterstützung für die Entwicklung einer Handlungsstrategie für ihre Kommune. Die Projektinnovation von „Chefsache Innenentwicklung“ liegt in der Verbindung der bei der Führungsakademie Baden-Württemberg seit Jahren bewährten Methode der „Kollegialen Coaching Konferenz®“ mit einem adressatengerechten Wissenstransfer zum Flächenmanagement. Dadurch wird der Blick auf die Ressourcen, Kompetenzen, Chancen und Möglichkeiten der handelnden Personen gerichtet. Blickt man auf die Vielzahl von Projekten und Lösungsansätzen zur Reduzierung des Flächenverbrauchs in der jüngeren Vergangenheit, so wurden hier erstmalig Menschen in den Fokus gestellt, die als Entscheidungsträger Flächennutzungsentscheidungen federführend verantworten. Die Erfahrungen aus dem Projekt bestätigen dieses Konzept und zeigen, wie wichtig es ist, dass Innenentwicklung zur Chefsache wird. Sie machen aber auch deutlich, dass „der Chef“ auch Mitstreiterinnen und Mitstreiter braucht.

Das Besondere des Vorgehens im Projekt ist die Möglichkeit, dass die teilnehmenden Bürgermeisterinnen und Bürgermeister eigene Anliegen zur Innenentwicklung aus ihrer Gemeinde einbringen. Das Beratungs- und Coachingangebot verbindet – methodisch professionell angeleitet - kollegiale Beratung „unter Gleichen“ mit fachlicher Beratung zum Flächenmanagement. Zu den Coaching-Terminen wurden folgende Wissensinputs durch Experten angeboten:

  • Dr. Barbara Malburg-Graf: Einführung zu Flächenmanagement und Innenentwicklung und Bestandsaufnahme von Flächenpotenzialen.
  • Dipl.-Geogr. Petra Schmettow: Öffentlichkeitsarbeit für das Leben im Dorfkern; Bürgerbeteiligung für die Innenentwicklung.
  • Dipl.-Ing. Friedrich Oesterle: Investmentstrategien bei Bestandsflächen im Innenbereich.
  • Prof. Dr. Ing. Gerd Baldauf: Konkrete Möglichkeiten der Aktivierung innerörtlicher Flächen und Areale aus der Sicht des Planers.
  • Bürgermeister Herbert Holl (Stadt Crailsheim): Kommunale Möglichkeiten der zur Steuerung von Innenentwicklung durch finanzielle Anreize.

Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg gefördert. Das Projektkonsortium setzt sich zusammen aus

Flyer zur Tagung "Chefsache Innenentwicklung"

  • Projektförderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung
  • Projektlaufzeit:     Juni 2009 – Oktober 2012
  • Ansprechpartner: Rainer Kuhn
  • Mitarbeiter:          Rainer Kuhn, Piet Sellke, Sophia Alcántara

Starke Regenfälle können nicht nur steigende Pegel großer Flüsse oder Dammbrüche zur Folge haben. Auch bewohnte Gebiete, die nicht in direkter Nachbarschaft zum Wasser liegen und vor allem Straßen bzw. Zufahrten können durch Überschwemmung in Folge starker Regenfälle betroffen sein. Durch das Verbundprojekt EvaSim soll die Sicherheit für besiedelte Gebiete gegen Überschwemmungskatastrophen erhöht werden. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms der Bundesregierung "Forschung für die zivile Sicherheit" als Teil der High-Tech-Strategie gefördert (Förderkennzeichen 13N10594). Ziel ist es, durch eine Kopplung der Simulation von Hochwasser- bzw. Flutwellenausbreitung mit der Simulation und Optimierung von Verkehrsabläufen einen Beitrag zum besseren Krisenmanagement im Extremfall zu liefern. Am Beispiel realer Standorte sollen durch die Anwendung der Simulation und Optimierung Evakuierungsszenarien für den Notfall entwickelt werden.

Die Beteiligung der Sozialwissenschaften hat bei dem Projekt eine wesentliche Bedeutung, um Wissen über das Verhalten und die Bedürfnisse der Bevölkerung in einer Evakuierungssituation zu erhalten. Dieses Wissen spielt wiederum für die Modellierung des Verkehrsverhaltens eine wichtige Rolle.

Wie schnell tritt eine Person die Flucht an? Welches Verkehrsmittel wird zur Flucht gewählt? Wie viel Prozent flüchten gar nicht und benötigen dadurch gegebenenfalls Hilfe durch die Katastrophenschutzbehörden?

In dem Forschungsvorhaben „Communication about prospects and limitations of simulation results for policy makers“ im Rahmen des SimTech-Exzellenzclusters steht die Anwendbarkeit von Simulationsergebnissen für politische Entscheidungsprozesse im Vordergrund. Ziel ist es, die Erwartungen und Anforderungen von politischen Entscheidungsträgern und weiteren Stakeholdern zu eruieren, um daraus ableitend einen Beitrag zur Verbesserung der Entwicklung, Anwendbarkeit und Ergebniskommunikation von Computersimulationen zu leisten. Damit liegt der Gegenstandsbereich des Vorhabens im Spannungsfeld von wissenschaftlicher Wissensproduktion mittels Simulationen und politischen bzw. gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen beim Umgang mit möglichen Risiken für Mensch und Umwelt. Im Kern geht es dabei um die Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit der Wissenschaft gegenüber politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsträgern.

Computersimulation zwischen Wissenschaft und Politik

Zentrale Aspekte von Computersimulation sind: modellhafte Nachbildung von dynamischen Systemprozessen, Einbettung in Computer-Umgebung auf Basis mathematischer Verfahren, sowie daraus Erkenntnisgewinn zum besseren Verständnis der Wirklichkeit. Diese Aspekte haben zu einer intensiven und lebhaften Debatte in der Wissenschaft geführt ob des wissenschafts- und erkenntnistheoretischen Potentials und Begrenzungen von Simulationen. Computersimulationen gelten als neue bzw. dritte Methode neben Theorie und Experiment bzw. Modell. Während Modelle als zweckgebundene Erkenntnisinstrumente zur Abbildung komplexer Ursache-Wirkungsketten statisch sind, ist ein Hauptcharakteristikum von Simulationen ihre Dynamik.

Die Ergebnisse vieler Anwendungsfelder von Simulationen legen nahe, dass mit Hilfe des Computers neue Erkenntnisse und neues Wissen gewonnen werden. Eine zentrale Herausforderung ist dabei die Kontextualisierung und Validierung der Simulationsergebnisse beim Übergang bzw. der Übertragung auf die Wirklichkeit. Wenn Simulationen das Potential haben, neue Erkenntnisse insbesondere bei sehr komplexen und vielschichtigen Problemstellungen zu generieren, die auf experimenteller und analytischer Ebene schwierig zu lösen sind, dann werden Computersimulationen auch und vor allem für den Umgang mit technischen und gesellschaftlichen Risiken interessant. Daran schließt sich die Fragestellung an: Welches Potential und welche Begrenzungen zur Wissensproduktion haben Simulationen beim Umgang mit neuen Technologien?

Fallstudienansatz: Das Beispiel „Carbon Capture and Storage (CCS)“

Die Bedeutung von Simulationen beim Umgang mit Technologien kann nicht unabhängig von einer konkreten Technologie beantwortet werden. Es ist davon auszugehen, dass je nach Gegenstandsbereich Einsatz und Bedeutung von Computersimulationen variieren. Vor diesem Hintergrund verfolgt dieses Vorhaben einen Fallstudienansatz, um die konkreten Einsatzfelder und Anwendungsbedingungen auszuloten. Anhand des Fallbeispiels „Carbon Capture and Storage (CCS)“ wird der identifizierte Problemzusammenhang untersucht. Bis zur Etablierung einer nachhaltigen Energiewirtschaft basierend überwiegend auf erneuerbaren Energien sind fossile Energieträger (Kohle, Öl, Gas) unverzichtbar und bilden weiterhin den Schwerpunkt der Energieversorgung in bestimmten Industrie- und insbesondere Schwellenländern (z.B. China, Indien). Vor diesem Hintergrund werden Kohlendioxid reduzierende bzw. arme Technologien als Beitrag zum globalen Klimaschutz für einen umweltfreundlichen Einsatz fossiler Energieträger diskutiert. Die Abscheidung und dauerhafte Lagerung von CO2 gilt als viel versprechende Brückentechnologie („bridging technology“) auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energiewirtschaft. Allerdings steckt diese Technologie derzeit noch in den Anfängen. Große Herausforderungen bestehen hinsichtlich der (großtechnischen) Machbarkeit, der ökonomischen Wettbewerbsfähigkeit und der langfristigen Risikoabsicherung für mögliche Schäden für Mensch und Umwelt.

Computersimulationen spielen bei der Entwicklung und Beurteilung dieser Technologie eine zentrale Rolle. Insbesondere hinsichtlich der Abschätzung des Risikos der unterirdischen CO2-Einlagerung werden Simulationen angewendet. Dies betrifft etwa die Abschätzung von möglichen CO2-Leckagen, das Verhalten von CO2 im Erdboden im Zeitverlauf, die Auswahl geeigneter Lagerungsstandorte oder die Abschätzung der für die Einlagerung vorhandenen Kapazitäten. Politische Entscheidungsträger stützen ihre Entscheidungen auf Ergebnisse dieser Simulationen, wenn politische Rahmenbedingungen über Standortauswahl, Monitoring oder Haftungsfragen festgelegt werden.

Forschungsfragen

Simulationen beruhen auf weitgehend beobachtbaren Streubreiten von Wahrscheinlichkeitsfunktionen. In der Politik sind aber häufig „Einmalereignisse bzw. statistisch gesehen „Ausreißer" viel bedeutsamer als die Masse der zu erwartenden Ereignissen und können unter bestimmten sozialen/politischen Bedingungen einfluss- bzw. handlungsdominant sein. Diese Ereignisse werden aber typischerweise von der Simulation nicht erfasst. Hier werden Transformationsregeln benötigt, die der Politik die Grenzen der Simulation übermitteln und gleichzeitig den Eindruck der Beliebigkeit abmildern. Vor diesem Hintergrund sind folgende Fragestellungen interessant:

Wie werden derzeit Simulationsergebnisse von der Wissenschaft kommuniziert und von politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsträgern rezipiert? Welche Rolle spielen dabei Vermittlungsinstanzen wie beispielsweise wissenschaftliche Beratungsgremien der Politik?

Welche politikrelevanten Auswirkungen können überhaupt moduliert werden und wie können Unsicherheiten und nicht erkannte Wirkungen (Nichtwissen) in den Prozess der Charakterisierung der Simulationsergebnisse eingebracht werden?

Projektziel ist die Analyse von sozialen Anreizen und Hemmnissen kollektivierten Individualverkehrs. Der Begriff kollektivierter Individualverkehr bezieht sich auf die gemeinschaftliche Nutzung von Pkws oder Fahrrädern. Dazu gehören privat oder extern organisierte Carsharing oder Carpooling Konzepte, die teilweise in Verbindung mit anderen Verkehrsmitteln, wie Fahrrädern oder Bussen, eingesetzt werden. Derartige Konzepte gewinnen in den letzten Jahren im Zuge von Klimaanpassung und Klimaschutz zunehmende Bedeutung und Verbreitung. Dennoch ist bisher nicht ausreichend geklärt, welche Anreize und Hemmnisse bei der Etablierung und Nutzung kollektivierten Individualverkehrs eine Rolle spielen. Derartige Analysen sind aber im Hinblick auf die Umsetzung solcher Konzepte notwendig, da nur so zielgruppengerecht geworben und damit letztendlich dem Ziel der CO2-Reduktion Rechnung getragen werden kann. Daher soll im Projekt ein Maßnahmenkatalog entwickelt werden, der Handlungsempfehlungen zur verstärkten Nutzung kollektivierten Individualverkehrs beinhaltet.

Methodisch werden in dem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Projekt verschiedene sozialwissenschaftliche Instrumente eingesetzt: Stakeholder werden mittels qualitativer Interviews befragt, Nutzerinnen und Nutzer werden in Mobilitätstypen eingeordnet und können durch die Teilnahme an Fokusgruppen verschiedene Konzepte kollektivierten Individualverkehrs testen, eine Online-Umfrage ergänzt die Analyse der Anreize und Hemmnisse aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger. Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Disziplinen bewerten in Gruppendelphis das Potential und die aus ihrer Sicht bestehenden Chancen und Risiken bei der Förderung des kollektivierten Individualverkehrs für die Städte Stuttgart und Leipzig.