Zentrum für interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung

Nascent: Neue Chancen für eine nachhaltige Ernährungswirtschaft durch transformative Wirtschaftsformen

Das Projekt nascent untersucht Erfolgsbedingungen und Lernprozesse der alternativen Ernährungswirtschaft, um ihre Rolle im Ernährungssektor einschätzen zu können.

Projektförderung

Bundesministerium für Bildung und Forschung im Förderbereich Forschung für nachhaltige Entwicklung

Projektlaufzeit

April 2015 bis August 2018

Das Projekt nascent untersucht die Entwicklungspotenziale unternehmerischer Initiativen hin zu einer nachhaltigen Transformation der Ernährungswirtschaft. Es stellt sich die Frage, wie diese neuen, transformativen Wirtschaftsformen charakterisiert werden können und wie ihre Rolle im Ernährungssektor einzuschätzen ist. Die transdisziplinäre Forschung wird von ZIRIUS in einem Verbund mit der Universität Oldenburg, der Münchner Anstiftung und 29 Praxis- und Transferprojekten durchgeführt. Gemeinsam verstehen wir solche Wirtschaftsformen als transformativ, die (a) qualitativ für eine im umfassenden Sinn nachhaltige Ernährungswirtschaft und Ernährungskultur stehen und (b) das Potenzial in sich tragen, nicht-nachhaltige Formen der Ernährungswirtschaft zu verdrängen.

Das soziologische Teilprojekt untersucht Motive, Erfolgsbedingungen und Handlungsstrategien der Aktiven in den unterschiedlichen Ernährungsunternehmen und vergleicht sie mit den Erwartungen und Zielen ihrer Kundschaft und Beteiligten. Es zeigt auf, in welcher Hinsicht die Initiativen zu sozial transformativen Innovationen und Erneuerungen beitragen und wie sie neuartigen Ernährungsverhältnissen wirtschaftlich, organisatorisch und symbolisch den Boden bereiten. Eine Recherche im Marketing im konventionellen Bereich und in den Medien zeigt, wie stark die Impulse hier aufgegriffen, aber auch den bestehenden Systemzwängen einverleibt werden. Die Forschung beleuchtet zudem die Stabilisierungsprobleme und die Unterstützungsbedarfe der transformativen Unternehmen, um ihre neuen Ernährungsansätze in einem insgesamt nicht nachhaltigen Umfeld positionieren und verbreiten zu können. Ein Vergleich mit der internationalen Bewegung sogenannter Alternative Food Networks lässt die Stärken und Schwächen der in Deutschland untersuchten Projekte erkennen und trägt dazu bei, die übergreifende Bedeutung dieser gesellschaftsorientierten Unternehmen politisch und wirtschaftlich einzuordnen.

Ansprechpartner

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter